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Belize
- Geschichte
Bereits
etwa 2000 v. Chr. war die Region des heutigen Belize von den Maya
besiedelt, deren Nachfahren heute noch im Land leben. Bedeutende
archäologische Funde aus jener Periode wurden in Cuello (Orange
Walk District) entdeckt. Während der Klassischen Zeit
der Maya-Zivilisation (ca. 250 - 900) entstanden kulturelle Zentren
in Altun Ha, Lubaantun, El Pilar und Caracol. Um das Jahr 900 kam
die Blütezeit der Maya zu einem Ende.
Über
die folgenden Jahrhunderte ist wenig bekannt. Gesichert ist, dass
Nachkommen der Maya weiterhin das Land bewohnten und auch noch dort
lebten, als im 16. Jahrhundert die spanischen Eroberer in die Region
kamen. Viele von ihnen flohen in der Folge ins Landesinnere und
es kam wiederholt zu Kämpfen zwischen den ursprünglichen
Einwohnern und den europäischen (spanischen und später
britischen) Kolonisatoren. Zwar war das Land für die Europäer
wegen des Holzes der Tropenwälder von Interesse, aber aufgrund
des anhaltenden Widerstandes der Bewohner und der großteils
unwegsamen Küsten und Bergregionen im Hinterland konzentrierten
sie ihre Aktivitäten mehr auf die Gebiete der heutigen Länder
Mexiko und Honduras - wo vor allem auch Gold und Silber zu erbeuten
waren.
Die
Küsten Belizes boten allerdings ein ideales Rückzugsgebiet
für britische Piraten, die von dort aus ihre Raubzüge
gegen die spanischen Flotten unternahmen. Erst 1670 kam diese Piraterie
zum Erliegen, als Großbritannien und Spanien in Madrid einen
Vertrag unterzeichneten um diese Praxis zu beenden. Die Baymen,
wie die Piraten oder Freibeuter genannt wurden, weil sie sich vornehmlich
im Golf (Bay) von Honduras aufhielten, suchten nun gezwungenermaßen
andere Einnahmequellen und fanden sie im Handel mit Tropenhölzern.
1673 erhielten sie mit dem Vertrag von Paris von Spanien die Erlaubnis
in einem bestimmten Teil Belizes Holz zu gewinnen. Für rund
hundert Jahre blieb das die wichtigste Einnahmequelle der britischen
Siedler in der Region. Mit der Waldarbeit einher ging bald auch
Sklaverei. Die Arbeit war anstrengend und ab dem 18. Jahrhundert
begannen die europäischen Siedler damit afrikanische Sklaven
dafür einzusetzen. Bis 1790 betrug der Anteil von Sklavenarbeitern
an der registrierten Gesamtbevölkerung, also ohne die nicht
gezählten Maya, rund 75 %. Erst 1833 wurde die Sklaverei im
britischen Empire in Folge der industriellen Revolution, die neue
Produktionsverhältnisse schuf, abgeschafft. Während Sklavenhalter
für den Verlust ihres Eigentums, der befreiten
Sklaven, entschädigt wurden, erhielten diese weder eine Entschädigung,
noch durften sie Land erwerben.
Mittelamerika
war zu jener Zeit immer noch im Einflussbereich der Spanier, allerdings
gestanden sie den britischen Siedlern nach und nach immer mehr Kontrolle
zu. Am 10. September 1798 kam es in der Schlacht von St. Georges
Caye schließlich zur entscheidenden militärischen Niederlage
der Spanier und das Land stand nun de facto unter britischer Herrschaft.
1871 wurde es zur britischen Kronkolonie Britisch Honduras. Die
Siedler, die Baymen, führten allerdings bereits unter spanischer
Herrschaft ein weitgehend unabhängiges und selbstbestimmtes
Leben und behielten das auch unter britischer Herrschaft bei. Als
gesetzliche Grundlage, eine Art Grundgesetz oder Verfassung, diente
ab 1765 Barnaby's Code.
1847-1901
kam es auf der Yucatán-Halbinsel (Mexiko) zum so genannten
Kastenkrieg zwischen den ursprünglichen Bewohnern, den Maya,
und der spanischstämmigen Oberschicht. Die britischen Einwohner
von Britisch Honduras belieferten die Aufständischen Maya mit
Waffen und Munition - was ihnen eine willkommene Einnahmequelle
eröffnete. Das Land wurde im Verlauf des Krieges zum Ziel von
Flüchtlingen: zuerst von Mitgliedern der mexikanischen Oberschicht,
die vor den Aufständischen flohen, und später, als diese
wieder die Kontrolle erlangten, von Maya. Letztere nahmen als Bauern
mit ihrem landwirtschaftlichen Können in der Folge großen
Einfluss auf die Entwicklung der nördlichen Provinzen des Landes.
Zu
Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs der Widerstand der vor allem nicht-europäischen
Bevölkerung (Maya, Nachkommen von Sklaven) gegen die britischen
Kolonialherren. Soldaten, die während des ersten Weltkrieges
in der britischen Armee dienten, wurden dort wegen ihrer Hautfarbe
bloß in Arbeitslagern eingesetzt, was die Unzufriedenheit
weiter verstärkte. Die Zwischenkriegszeit und der zweite Weltkrieg
trugen dazu bei, dass die wirtschaftliche Situation noch schlechter
und das Streben nach Unabhängigkeit stärker wurden. Auch
die Unabhängigkeit Indiens 1947 verstärkte diese Bestrebungen.
Bis 1962 waren politische Parteien entstanden und die Verwaltung
des Landes bereits weitgehend selbstständig. 1973 wurde der
Name von Britisch Honduras in Belize geändert.
Am
21. September 1981 erfolgte schließlich die Unabhängigkeit
von Großbritannien. Problematisch war allerdings weiterhin
das Verhältnis zum Nachbarland Guatemala, das Gebietsansprüche
stellte und nur durch den Verbleib britischer Truppen in Belize
von einem militärischen Vorgehen abgehalten werden konnte.
Erst 1992 unterzeichnete die guatemaltekische Regierung einen Vertrag,
der zwar Belizes Unabhängigkeit anerkannte, aber nicht die
Ansprüche auf Gebiete im Westen des Landes klärte. Seit
2000 finden Verhandlungen zwischen den beiden Ländern statt,
in denen Guatemala zumindest ein Seezugang über Belize ermöglicht
werden soll.
Belize
blieb von Kriegen und Bürgerkriegen, wie sie andere mittel-
und südamerikanische Länder durchlebten, weitgehend verschont.
Zu Unruhen kam es Anfang 2005 aufgrund der Situation des Staatshaushalts
und geplanter Steuererhöhungen (siehe Unruhen in Belize 2005).
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