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Bolivien
- Wirtschaft
Bolivien gehört zu den rückständigeren Ländern
Lateinamerikas, sein Bruttoinlandsprodukt ist mit etwa 2.400 US-Dollar
pro Kopf/Jahr (2002, nach Kaufkraftparität berechnet) unterdurchschnittlich.
Ein Großteil der Bevölkerung ist nach wie vor in der
Landwirtschaft beschäftigt. Nur im tropischen Tiefland im Osten
wird die Landwirtschaft dabei einigermaßen modern betrieben,
im Altiplano dagegen wird traditionell auf Subsistenz-Basis angebaut.
Die
Industrie ist wenig entwickelt, Hauptindustriezweige sind neben
dem in der Bedeutung schwindenden Bergbau die Lebensmittel- und
Textilindustrie sowie die Metallverarbeitung.
Der
kontrovers diskutierte Coca-Anbau bleibt nach wie vor einer der
Hauptwirtschaftszweige des Landes, vor allem in den Regionen Yungas
und Chapare im Nordosten. Von Seiten der USA wird er zu unterbinden
versucht, doch ist dabei zu bedenken, dass Coca nicht nur ein Rohstoff
für Kokain ist, sondern von der Bevölkerung der gesamten
Andenregion als Genussmittel genutzt wird, ob als Tee (mate de coca)
oder zum Kauen. Um den Cocaanbau ist ein heftiger Streit zwischen
der Regierung und den Cocabauern entbrannt, der mit zu der chaotischen
politischen Situation 2002-2003 führte. Der Führer der
so genannten cocaleros, Evo Morales, trat in der letzten Präsidentenwahl
als Kandidat an, verpasste jedoch die Stichwahl um wenige Prozentpunkte.
Tourismus
Der
Tourismus hat in den letzten Jahren einen hohen Zuwachs erfahren.
Die landschaftliche Schönheit des Altiplanos, aber auch der
Amazonasregion, werden von immer mehr Ausländern geschätzt.
Die Einheimischen reisen wegen der schlechten Wirtschaftslage eher
wenig, Massentourismus gibt es also kaum.
Hauptziele
des Tourismus sind:
die
Hauptstädte La Paz und Sucre wegen ihrer kolonialen Bauten,
Potosí mit seinen Minen und ebenfalls wegen der hier besonders
prachtvollen Bauten aus der goldenen Zeit der Stadt
der Titicacasee mit seinen "heiligen Inseln" (Sonnen-
und Mondinsel)
die Amazonasregion um Rurrenabaque
das Salar de Uyuni, der größte Salzsee Amerikas
Tupiza, eine in einer vielfarbigen Gebirgslandschaft gelegene Kleinstadt
im Süden
Tiahuanaco, das religiöse und administrative Zentrum einer
präkolumbianischen Kultur
Die Infrastruktur ist in den meisten Fällen gut, die Preise
vor allem für Europäer sehr niedrig.
In
den höher gelegenen Gebieten (besonders im Westen des Landes)
kann man Probleme mit der Höhenkrankheit bekommen (Sorojchi).
Empfohlen wird ein Coca-Mate-Tee oder die sogenannte Sorojchi-Pill
(eine Art Pastille). Auch sollte man schwere Speisen und Alkohol
meiden.
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