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Chile
- Wirtschaft
Als
Gegenpol zum sozialistischen Konzept von Salvador Allende wurde
die chilenische Volkswirtschaft unter Augusto Pinochet konsequent
nach marktwirtschaftlich-neoliberalen Aspekten umgebaut und dereguliert.
Staatliche Unternehmen wurden sowohl zu Zeiten Pinochets als auch
danach größtenteils privatisiert. Auch wenn die nach
Pinochet regierenden Mitte-Links-Regierungen bemüht waren,
soziale Härten abzufedern, gilt Chile heute nach wie vor als
eines der Länder mit den größten sozialen Ungleichgewichten
und als eines der Paradebeispiele für die reine Marktwirtschaft
nach der Maxime der Chicago Boys.
Chile
gehört zu den führenden Industrienationen Lateinamerikas
sowie zu den größten Rohstoffproduzenten. Es verfügt
über die größten bekannten Kupfervorkommen der Welt
(ca. 40 Prozent). Verschiedene Edelmetalle und vor allem Salpeter
führten Chile schon im 19. Jahrhundert zum Reichtum. Daneben
werden heute Forst-, Fischerei- und Landwirtschaft betrieben. Chile
ist das einzige Land Südamerikas, in dem Zuckerrüben angebaut
werden. Dennoch stellt der Dienstleistungssektor den größten
Anteil am chilenischen Bruttoinlandsprodukt.
Seit
Ende der 1970er Jahre weist die chilenische Volkswirtschaft überdurchschnittliche
Wachstumsraten auf. Jedoch gingen Asien- und Brasilienkrise 1997/98
nicht spurlos an dem Land vorüber. Das Wirtschaftswachstum
schwächte sich spürbar ab, die Arbeitslosigkeit stieg.
Erst seit 2002/03 weist Chile wieder deutlich höhere Wachstumsraten
auf.
Haupthandelspartner
des Landes sind Brasilien und Argentinien, mit denen Chile über
den Mercosur assoziiert ist. Bis heute ist Chile dem Mercosur jedoch
nicht als vollständiges Mitglied beigetreten, da dies dem Land
die Möglichkeit nehmen würde, eigenständige Handelsabkommen
mit anderen Ländern abzuschließen. Durch den Kompromiss
der Assoziierung bestand für Chile die Möglichkeit, eigene
Freihandelsabkommen mit Japan, der EU und der NAFTA abzuschließen.
Aufgrunddessen gilt die chilenische Volkswirtschaft heute als eine
der offensten der Welt.
Anteile einzelner Bereiche an der Wirtschaft
(Stand: 2001)
- Landwirtschaft:
9%
- Industrie:
34 %
- Dienstleistungen:
57 %
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