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Nicaragua - Bevölkerung

In Nicaragua leben etwa 5,36 Millionen Einwohner (2004). Die Bevölkerung gehört zu 93 Prozent der römisch-katholischen Konfession an, 5 Prozent sind Protestanten.

Landfrage
Als die Sandinisten 1979 ihre Landreform durchführten, und das Land an Kleinbauer, Kooperativen und Staatsbetriebe verteilten, hatte man es unterlassen, die neuen Besitzer offiziell in die Katasterämter einzutragen. Man sagt, dass die Sandinisten es vergessen hätten, wahrscheinlicher ist es jedoch, dass sie nicht die Kontrolle über so viele Ländereien verlieren wollten. Diese Umstände führten zur großen Landfrage in den 90ern.

Eines der ersten Ziele, die nach 1990 verfolgt wurden, war es die Landreform der Sandinisten rückgängig zu machen. Zunächst wurden Staatsbetriebe zu je 25% zwischen ihren einstigen Großgrundbesitzern, Landarbeitern, ehemaligen Angehörigen der sandinistischen Armee sowie den ehemaligen Contras aufgeteilt. Doch mit dem Ende der Revolution kamen auch die mit Somoza geflohenen Reichen aus ihrem Exil in Miami zurück und forderten ihr Land. Sie hatten im Gegensatz zu den Bauern und Kooperativen noch ihre Besitztitel. Auf juristischem Wege ließen sich einige Fälle "klären", wobei die Richter oftmals bestochen worden sind, um zu Gunsten der ursprünglichen Besitzer zu entscheiden. Es folgten harte Auseinandersetzungen, denn das durch die Revolution politisierte Volk, ließen sich nicht "ihr" Land wegnehmen. Es kam zu zahlreichen Protesten in der Bevölkerung die auch zu einigen Erfolgen führten. So musste Alemán die geplante Neuordnung des Bodenbesitzes 1997 überarbeiten, da es zu großen Demonstrationen und Blockaden gekommen war.

Doch die Situation bleibt in vielen Fällen ungeklärt, und die Gerichte schieben den Klagenberg vor sich her. Um die Situation endgültig zu klären, werden seit längerem spezielle Agrargerichte gefordert, doch diese wurden bisher nicht gegründet. Eine Folge dieser unklaren Besitzverhältnisse ist Landflucht.


Migration
Das Nicaraguanische Volk wird von der hohen Arbeitslosigkeit vom Land in die Städte getrieben. Viele versuchen gleich ihr Glück im Ausland und suchen als Illegale Arbeit in Costa Rica oder in den USA.

Die Probleme der Verstädterung sind gemeinhin bekannt und verhalten sich auch in Nicaragua nicht anders. Wenn die Landflucht in Nicaragua sich so weiterentwickelt wie es sich abzeichnet, dann werden in Managua bald 60% der Bevölkerung des gesamten Landes leben. Die vielen Landflüchtigen vergrößern die Menge der Arbeitssuchenden, doch auch in Managua gibt es nicht mehr Arbeit.

Wie viele Nicaraguaner in Costa Rica arbeiten und leben ist nicht bekannt. Schätzungen bewegen sich zwischen 10 – 25% der Bevölkerung, die meisten davon illegal. Wie bei der Landflucht ist die wirtschaftliche Not der Grund für den Massenexodus. Costa Rica ist wesentlich reicher als Nicaragua und die Arbeitslosenquote beträgt lediglich 20%.

Inzwischen sind die im Ausland arbeitenden Nicaraguaner der Hauptdeviseneinbringer des Landes. Die monatlichen "remesas", die sie ihren Verwandten und Freunden schicken, bilden eine wichtige wenn nicht einzige Einkommensquelle vieler Familien in Nicaragua.

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