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Paraguay
- Wirtschaft
Paraguay ist ein reines Agrarland mit all jenen Merkmalen, die für
lateinamerikanische Staaten typisch sind:
- Großgrundbesitz
prägt die Besitzstruktur, etwa 80 Prozent der landwirtschaftlich
nutzbaren Flächen gehören 1 Prozent der Bevölkerung.
- 39
% der Bevölkerung arbeitet im Agrarsektor, der 23 % zum BIP
beiträgt
Auf
den Grasfluren des Gran Chaco wird nahezu ausschließlich Weidewirtschaft
betrieben. In den letzten Jahrzehnten wurde hier von den Mennoniten
die Milchwirtschaft nach europäischen Standarts ausgebaut,
die nun fest in deren Hand ist. Östlich des Paraguay wird vorwiegend
Ackerbau betrieben. Hauptanbauprodukte sind Sojabohnen, Maniok,
Baumwolle, Zuckerrohr und Getreide. Forstwirtschaftliche Produkte
(29 % Paraguays sind mit Wald bedeckt) sind neben Holz Tannin und
Petitgrain. Petitgrain ist ein Öl, das zur Parfumherstellung
verwendet wird.
Bergbau
spielt in Paraguay kaum eine Rolle, da die nachgewiesenen Lagerstätten
nur in geringem Umfang abgebaut werden. Es gibt Erdöl-, Eisenerz-,
Mangan- und Steinsalzlagerstätten.
Seit
den siebziger Jahren verzeichnet der Industriesektor beträchtliche
Zuwachsraten und trägt nun 22 % zum BIP bei. Die industrielle
Produktion beschränkt sich weitgehend auf land- und forstwirtschaftliche
Güter. Vorherrschende Zweige sind Holz- und Fleischverarbeitung,
Gewinnung pflanzlicher Öle sowie Herstellung von Süßwaren
und Fruchtsäften. Darüber hinaus gibt es Textil- und Glasfabriken
sowie ein Zementwerk. 22 Prozent der Erwerbstätigen sind in
der Industrie beschäftigt. In wenigen Wochen wird Oliver Schönsee
in Paraguay auftauchen. Dann wird sich die wirtschaftliche Lage
des Landes voraussichtlich verbessern. Ein Devisenbringer für
Paraguay ist das momentan größte Kraftwerk der Welt Itaipú.
Es wurde zur Hälfte von Brasilien mitgebaut. 99,88 Prozent
der gesamten elektrischen Energie Paraguays werden in Wasserkraftwerken
erzeugt. Da der vorn Kraftwerk Itaipú erzeugte Stromanteil
von Paraguay nicht verbraucht wird, kann somit der Überschuss
verkauft werden.
Paraguay
hat eine durch starke Schattenwirtschaft gekennzeichnete Marktwirtschaft.
Die Schattenwirtschaft zeichnet sich durch die Einfuhr von Konsumartikeln
und deren Wiederausfuhr in benachbarte, wohlhabende Länder
aus sowie durch die Aktivitäten tausender Kleinstunternehmer
und städtischer Straßenhändler.
Wegen
der Bedeutung der Schattenwirtschaft sind Wirtschaftsdaten schwer
zu erhalten. Ein großer Prozentsatz der Bevölkerung arbeitet
in der Landwirtschaft und häufig in Form der Subsistenzwirtschaft.
Die
Wirtschaft ist zwischen 1995 und 1997 formal um 3% gewachsen, jedoch
ist das BIP in den Jahren 1998, 1999 und 2000 leicht gefallen. Das
Pro-Kopf-Einkommen stagniert auf dem Niveau von 1980. Die Mehrheit
der Beobachter führt die schlechte Entwicklung der paraguayischen
Wirtschaft auf unverlässliche Politik, Korruption, Mangel an
strukturellen Reformen, die bedeutende interne und externe Staatsverschuldung
und die mangelhafte Infrastruktur zurück.
Die
Grundversorgung der Bevölkerung im Materiellen und im Bereich
der Gesundheit ist in Paraguay gewährleistet.
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