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Venezuela
- Geschichte
Ab 1948 wurde Venezuela von einer Militärjunta, von 1952 unter
Diktator Marcos Perez Jiménez geführt. Mit seinem Sturz
1958 wurde Venezuela eine Demokratie. Seitdem waren bis in die neunziger
Jahre die beiden bestimmenden Parteien die sozialdemokratische Acción
Democrática und die konservative COPEI, die auch die Präsidenten
stellten. In der ersten Amtszeit von Carlos Andrés Pérez
(1974 - 1979) stiegen die Einkünfte des Landes aus dem Erdölexport
so rapide, dass das Land eines der wohlhabendsten Länder Südamerikas
war, " [...] durch den Verkauf von Erdöl hat Venezuela
von 1973 bis 1983 rund 240 Milliarden Dollar eingenommen, das heißt
etwa das Zehnfache dessen, was der Marshallplan vorsah" (Arturo
Uslar Pietri), die damit einhergehende Verteilungspolitik führte
zur, für lateinamerikanische Verhältnisse, außerordentlich
hohen politischen Stabilität des Landes.
Mit
dem eklatanten Verfall des Ölpreises seit 1983 brachen diese
Einkünfte jedoch weg und da es keine anderen Wirtschaftszweige
gab, die die sinkenden Erdöleinnahmen zu kompensieren vermochten,
führte dies gemeinsam mit den immer höher werdenden Auslandsschulden
(1993: 35 Milliarden Dollar) zu einer anhaltenden Wirtschaftskrise.
Der
in der zweiten Amtszeit Carlos Andrés Pérez' (1989
- 1993) als Folge von Weisungen des Internationalen Währungsfonds
begonnene neoliberale Wirtschaftskurs führte im Februar 1989
zu Hungerrevolten, deren gewaltsame Niederschlagung 400 Menschen
das Leben kostete. Nach zwei Putschversuchen im Jahre 1992, einem
am 4. Februar durch Hugo Chávez und einem am 27. November,
einem Volkswirtschaftsjahr 1993 mit Minuswachstum und der schlussendlichen
Absetzung des Präsidenten durch den Obersten Gerichtshof wegen
Veruntreuung und Korruption wurde 1994 Rafael Caldera Präsident.
Bis 1998 gelang ihm zwar die politische Stabilisierung, der Wirtschaftskrise
aber wurde auch er nicht Herr (1994: Inflationsrate: 71 Prozent,
schwere Währungskrise und Bankencrash).
Am
6. Dezember 1998 wurde Hugo Chávez mit einem erdrutschartigen
Sieg (56%) zum Präsidenten gewählt. Er lud Pérez
Jiménez, den letzten Diktator Venezuelas, zur Feier seines
Amtsantrittes. Wegen vieler Proteste mehrerer Gruppen der Gesellschaft
kam dieser aber nicht. Chávez ist ein Verfechter des Bolivarismus,
seine erklärten Ziele sind der Kampf gegen Korruption, die
Schaffung und Stärkung möglichst direkter Demokratie,
sowie die nationale und ökonomische Unabhängigkeit. Diese
Politik wird auch als "Bolivarianische Revolution" bezeichnet.
Chávez wurde im Jahr 2000 mit einer gegenüber 1998 sogar
nochmals deutlich gestiegenen überwältigenden Mehrheit
(60%) bestätigt.
Da
sich Chávez' Beliebtheit auf die unteren und mittleren Schichten
der Gesellschaft stützte und im wesentlichen die Grossindustrie
stark belastete, kam es auf deren Betreiben am 11. April 2002 zu
einem Putsch, der aber bis zum 15. April (Befreiung Chávez'
aus der Gefangenschaft) niedergeschlagen wurde.
Die
USA haben die Politik Chávez' wiederholt scharf angegriffen
und öffentlich erklärt, dass man die Opposition unterstütze.
Am
15. August 2004 fand ein Referendum statt, das von der Opposition
initiiert wurde. Ihm voran gingen Streiks unter anderem bei dem
staatlichen Erdölkonzern. Nachdem das zuständige Wahlamt
festgestellt hatte dass die notwendige Anzahl von Unterschriften
(etwa 2,5 Mio) knapp erreicht worden wäre, erklärte Chávez
er würde sich diesem Referendum stellen. Das Referendum bestätigte
Chávez bei hoher Wahlbeteiligung (etwa 8.57 Mio) mit 58%
(knapp 5 Mio) klar im Amt. Obwohl internationale Wahlbeobachter,
darunter auch Jimmy Carter, die Wahlen nicht beanstandeten, warf
die Opposition Chávez Wahlbetrug vor. Aufgrund des bemerkenswert
hohen Andrangs kam es zu teilweise stundenlangen Wartezeiten und
musste die Schließung der Wahllokale mehrfach, letztendlich
bis Mitternacht, verschoben werden.
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