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Die
Stuttgarter Zeitung schrieb am 18.02.2005
Ein
ehemaliger Revoluzzer auf der Kanzel
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Armin
Holps Reisebüro steht für nachhaltigen Tourismus.
Jetzt ist der 29-jährige aus Oppenweiler ausgezeichnet
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Gesellschaft
für technische Zusammenarbeit zeichnet Armin Holps Firma Esperanza-Tours
aus
OPPENWEILER.
Der Name soll Programm sei: Armin Holp hat sein Reisebüro Esperanza-Tours
genannt. Esperanza ist Spanisch und bedeutet Hoffnung. Jetzt hat
der 29-jährige Mann aus Oppenweiler bei einem Wettbewerb für
nachhaltigen Tourismus den zweiten Platz belegt.
Von
Martin Tschepe
Er
wird sicher nicht reich mit seiner Arbeit, allenfalls reich an Erfahrungen.
Das Übergangsgeld vom Arbeitsamt bekommt Armin Holp schon seit
August 2004 nicht mehr. Sein Anfang vergangenen Jahres gegründetes
Reisebüro Esperanza-Tours, das hauptsächlich Reisen nach
Südamerika organisiert, wirft noch keinen fetten Gewinne ab.
"Ich bin nach wie vor am Kämpfen", sagt der ehemalige
Boss des Backnanger Jugendzentrums (Juze), dessen Firma im Kellergeschoss
des elterlichen Einfamilienhauses in Oppenweiler-Rohrbach ihren
Sitz hat.
Jetzt ist Holp von der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit
(GTZ) bestärkt worden, er ist wohl auf dem richtigen Weg. Bei
dem internationalen Wettbewerb mit dem Titel "best website
for substainable tourism" hat der Schwabe den zweiten Platz
gemacht. Substainable tourism ist englisch und bedeutet nachhaltiger,
umweltverträglicher Tourismus. Mit dem Wettbewerb soll die
gute Präsentation von umwelt- und sozialverträglichen
Tourismusprodukten gefördert werden. Seit 30 Jahren versucht
die GTZ nach eigenen Angaben zukunftsfähige Lösungen für
politische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Entwicklungen
in einer globalisierten Welt anzubieten. Als Preis hat Holp einen
Stand auf einer Messe für nachhaltigen Tourismus in Hannover
gewonnen.
Der
junge Mann aus Oppenweiler hat im vergangenen Jahr mit Hilfe der
Kirchengemeinde eine Spendenaktion gestartet. Bei dieser Aktion
kamen insgesamt umgerechnet rund 1900 US_Dollar zusammen. Das Geld
wurde zum größten Teil für Augenoperationen an blinden
Menschen in Paraguay verwendet. Der ehemalige Revoluzzer des linken
Backnanger Jugendzentrums traute sich bei einem ökumenischen
Gottesdienst tatsächlich auf die Kanzel und hielt von dort
oben eine Predigt, in der er umfianzielle Unterstützung für
sein gemeinnütziges Vorhaben warb.
Auf
die Idee zur Gründung eines Reisebüros ist der Sozialpädagoge
nach einer einjährigen Tour durch Südamerika und wegen
eines Tipps des Vaters gekommen. Holp hatte 60000 Kilometer zurückgelegt,
viele Leute kennen gelernt und war dann bei seiner Rückkehr
nach Backnang erst einmal arbeitslos. Der Herr Papa sagte damals:
"Mach doch das zu deinem Beruf, was du am besten kannst: reisen."
Bei
Esperanza-Tours können die Kunden keine Luxusreisen mit Übernachtungen
in internationalen Fünfsternehotels buchen. Holp setzt auf
Kooperationen mit jenen Geschäftsleuten aus 18 Ländern,
die er während seiner Reise kennen gelernt hat. Außerdem
organisiert er jetzt erstmals für den Kreisjugendring eine
Fahrt in die USA. Ein Kumpel aus alten Juze-Tagen, Daniel Mouratidis,hilft
bei diesem Projekt.Als zweites Standbein hat der Jungunternehmer
eine weitere Firma gegründet. Ebenfalls mit einem Freund, Nico
Jantz, der früher im Vorstand des Jugendzentrums saß,
wurde die Backnanger Internetmarketing-Unternehmensberatung Get-up
ins Leben gerufen.
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